Diese Woche stellen wir Ihnen Übungen aus dem Buch „Act creative - Effektive Tools für Beratung, Coaching, Psychotherapie und Superversion“ vor.

Sie brauchen eine zündende Idee für Ihre nächste Stunde? Wir haben diese Woche einige Beispiele für Sie.

Bild Therapietool 3

 

Übung 3

SPEEDDATING

Worum geht es?

Die TeilnehmerInnen einer Gruppe tauschen sich eine vorgegebene Zeitsequenz lang in wechselnden Zweiergruppen zu einem Thema aus. Das Thema wird von der Leitung aufbereitet und steht in Bezug zum aktuellen Interesse der Gruppe (zum Beispiel: Konfliktverhalten, Ressourcensuche, Selbstbild, Life-Events, u. v. m.).

Für wen?

                        Gruppen, Teams

                        Aus- und Weiterbildungsgruppen, Selbsterfahrungsgruppen, Therapiegruppen

                        Gruppen-/Teamcoaching, -workshop

                        Training, Supervision

Wozu?

                        Vertieftes Kennenlernen der TeilnehmerInnen untereinander

                        Stärkung der → Gruppenkohäsion

                        Facetten eines Themas beleuchten

                        Abwechslung vom gewohnten Gruppensetting

Wie lange?

 60 Minuten

Was ist genau zu tun?

Vorbereitung:

Die LeiterIn bereitet zwei Stuhlkreise derart vor, dass jeweils zwei TeilnehmerInnen einander zugewandt gegenübersitzen können. Demnach gibt es einen Innen- und einen Außenkreis; ist die TeilnehmerInnenzahl ungerade, gibt es einen einzelnen Stuhl ohne Gegenüber. Des Weiteren müssen die Fragen bereits vorbereitet sein, entweder auf gut lesbaren Plakaten oder per Beamer an der Wand. Die Anzahl der Fragen entspricht der Hälfte der TeilnehmerInnen.

Durchführung:

Die TeilnehmerInnen suchen sich einen Platz im vorbereiteten Stuhlkreis (dies kann mittels freier Wahl, nach der bisherigen Sitzordnung oder per Los passie­ren), der oder die LeiterIn erklärt den Ablauf der Übung.

Nach einem zuvor vereinbarten akustischen Signal steht die erste Frage zur Bearbeitung bereit, danach sind 5 Minuten vorgesehen, innerhalb derer die bei­den einander gegenüber Sitzenden sich zu dieser Frage austauschen. Nach Ablauf der Zeit ertönt wieder das akustische Signal, und die TeilnehmerInnen im Außenkreis wechseln einen Platz weiter, um die nächste Frage zu besprechen. Wer den Stuhl ohne Gegenüber (bei ungerader TeilnehmerInnenzahl) erreicht, soll zu einer Frage allein reflektieren.

Der Ablauf wird so oft wiederholt, bis alle Fragen beantwortet sind oder/und die TeilnehmerInnen im Außenkreis einmal rundherum gewechselt haben.

Wie sage ich es?

»Suchen Sie sich bitte einen Sitzplatz im Innen- oder Außenkreis. Es wird dann gleich ein Gong ertönen, dann richten Sie Ihren Blick bitte auf die Frage, die der Beamer an die Wand wirft. Sie haben nun 5 Minuten Zeit, sich mit Ihrem Gegen­über zu dieser Frage auszutauschen. Sobald die 5 Minuten um sind, ertönt wieder der Gong, dann bitte ich alle im Außenkreis, im Uhrzeigersinn einen Platz weiter zu wechseln. Mit dem Gong erscheint eine neue Frage, die Sie bitte wieder mit Ihrem neuen Gegenüber besprechen. Das wiederholt sich so lange, bis Sie wieder an Ihrem ursprünglichen Platz angekommen sind.«

Was kommt dabei heraus?

Formal: »Wie haben Sie sich im Zweiersetting erlebt, wie leicht oder schwer fiel es Ihnen, sich auf immer neue GesprächspartnerInnen einzustellen? Wie kamen Sie mit dem erzeugten Zeitdruck zurecht?«

Inhaltlich: »Wie ist es Ihnen mit der inhaltlichen Thematik gegangen, was wurde ausgelöst, was ist offen geblieben?«

 

Wann passt es?

Hier passt es:

                        Wenn alle TeilnehmerInnen schnell miteinander in Interaktion kommen sollen

                        Wenn mehrere Aspekte eines Themas angeschnitten werden sollen

                        Wenn die Hemmschwelle, in der Großgruppe zu sprechen, hoch ist

                        Wenn viele Informationen in kurzer Zeit ausgetauscht werden sollen

Hier besser nicht:

                        Vorsicht beim Vorgeben der Fragestellungen, die sehr schnell sehr privat werden können

 

Was wird benötigt?

 So viele Sitzgelegenheiten wie TeilnehmerInnen und genügend Platz für zwei ringförmig angeordnete Sitzkreise; Laptop und Beamer mit der Datei der Fra­gen, ein Flipchart oder Zettel mit den gut lesbaren Fragen.

 

Wochenserie Teil 1: Kreative Tools für Beratung, Coaching, Psychotherapie und Superversion

Wochenserie Teil 2: Kreative Tools für Beratung, Coaching, Psychotherapie und Superversion

Weitere Übungen finden Sie im Buch:

Act creative!