Heute öffnen wir das letzte Türchen für Sie und möchten Ihnen mit einem Ausschnitt aus dem Buch »Die Kunst, über den eigenen Schatten zu Springen« eine Freude machen. Vielleicht schon ein guter Vorsatz für das neue Jahr.

Adventskalender 24

 

Silvester naht und damit auch die Zeit der Neujahrsvorsätze. Wie man sich Neuanfänge am besten meistert, erläutert Sybille Tobler in ihrem Buch »Die Kunst über den eigenen Schatten zu springen oder wie Sie Schwierigkeiten bei Neuanfängen meistern«. Sich mental auf Veränderungen vorzubereiten, bedarf Vertrauen und wie man dieses erlangt, soll ein Ausschnitt aus dem Buch verdeutlichen:


Sprung

Erfolgreich neu anfangen kann schließlich, wer das Vertrauen aufbaut, dass es immer wieder Möglichkeiten und Lösungen gibt und dass man aktiv zum positiven Verlauf der Dinge beitragen kann, ohne Resultate erzwingen zu wollen.

Veränderung beinhaltet immer Risiko und Ungewissheit: Werde ich innerhalb einer vertretbaren Frist eine interessante neue Stelle finden? Wird das Zusammenziehen mit meinem Partner gut gehen? Werde ich es schaffen, nach der Trennung ein gutes neues Leben aufzubauen? Werde ich es vielleicht einmal bereuen, wenn ich jetzt die vertraute Wohnumgebung, in der ich mich wohlgefühlt habe, verlasse für die größere Wohnung? Werde ich es schaffen, trotz dieser Krankheit Lebensqualität zu erfahren? Jede Veränderung erfordert das Vertrauen, dass das, worauf ich mich jetzt einlasse, zu positiven Resultaten führen wird, auch wenn diese zu einem anderen Zeitpunkt eintreffen und anders ausfallen mögen, als ich es mir jetzt vorstelle und wünsche.

Wie lässt sich Vertrauen aufbauen? Ist dies überhaupt möglich? Kann man vertrauen lernen? Ja. Nicht, indem man sich anstrengt »Ich muss vertrauen«. Das wird kaum funktionieren. Vertrauen lässt sich nicht erzwingen. Aber es gibt ganz konkrete Schritte, womit man Vertrauen aktiv fördern kann. Die wichtigsten:

• Bewusster Umgang mit Angst: Veränderung erfolgreich angehen bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Veränderung erfolgreich angehen bedeutet, der Angst keine Macht über das Handeln zu geben. Wenn ich Angst vor den Risiken einer Trennung habe, brauche ich nicht in der frustrierenden Partnerschaft zu verharren. Nützlicher ist es, diese Angst unter die Lupe zu nehmen, sich mit den »Worst-case«-Situationen zu beschäftigen, Ideen zu sammeln, wie man dann vorgehen kann. Wer dann Veränderung wagt, wird dies nicht nur bewusster und entschlossener tun, sondern auch das Vertrauen aufbauen, dass man der Angst produktiv begegnen kann und so frei wird für entschlossenes Handeln.

• Offen bleiben für das, was unterwegs geschieht: Wer offen ist, erfährt, dass sich immer wieder Ideen, Möglichkeiten und Lösungen ergeben, oft unerwartet. Dies stärkt das Vertrauen, dass man nicht alles »machen« und Resultate schon kennen muss und doch – oder gerade so – erfolgreich ist. So kann etwa Offenheit für den Tipp des Nachbarn, dass eine Stelle frei wird in einer interessanten Firma,

der Anfang einer erfreulichen Wende in der beruflichen Laufbahn sein.

• Positive Erfahrungen wahrnehmen und wertschätzen: Wer auf dem Weg in Richtung motivierender Perspektiven Fortschritt und Erfolgserlebnisse sieht und sich daran freuen kann, stärkt das Vertrauen, dass entschlossene Schritte in die richtige Richtung tatsächlich vorwärtskommen lassen. Wer sich bei einer Diät über eine erreichte Zwischenetappe freuen kann und sich dafür etwa mit einem schönen Kleidungsstück belohnt, aktiviert positive Gefühle, neue Motivation und Vertrauen, das Ziel zu erreichen.

• Negative Erfahrungen zum Anlass nehmen, erneut genau hinzuschauen: Enttäuschungen, Rückfälle und Komplikationen lassen sich nicht ausschließen. Dass man nach x Absagen bei der Stellensuche enttäuscht ist und vielleicht auch zweifelt, ist verständlich. Wer dann überprüft, ob etwas am Vorgehen verbessert werden kann oder ob alles im grünen Bereich ist, und es darum geht, hilfreiche Strategien fürs Dranbleiben zu entwickeln und allenfalls auch Alternativen in den Blick zu nehmen, wird nicht nur angemessen handeln können, sondern auch erfahren, Schwieriges zu bewältigen. Dies stärkt Vertrauen.

Wer dies in den Umgang mit Veränderung einbezieht, wird sehen, dass durch die damit gemachten Erfahrungen Vertrauen ins Gelingen wächst und dies ermöglicht, stets gelöster und flotter zu handeln.

 

Mit welchen Schritten stärke ich Vertrauen ins Gelingen?

• Bin ich offen für Ideen, Möglichkeiten und Lösungen?

• Wie gehe ich mit Angst, Unsicherheit, Risiko um?

• Sehe und schätze ich positive Erfahrungen, Erfolgserlebnisse, Fortschritt – auch wenn diese unscheinbar sind?

• Nehme ich negative Erfahrungen, Misserfolge und Durststrecken zum Anlass, erneut genau hinzuschauen?

• Wie trage ich dazu bei, dass Vertrauen wachsen kann?

 

Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch »Die Kunst über den eigenen Schatten zu springen oder wie Sie Schwierigkeiten bei Neuanfängen meistern« von Sybille Tobler, erschienen bei Klett-Cotta.

Die Kunst, über den eigenen Schatten zu springen oder wie Sie Schwierigkeiten bei Neuanfängen meistern