»Ja, ich wollte schon immer Mediziner und Naturforscher werden.«

Rüegg

1. Welche/r KollegIn hat Sie am meisten beeinflusst und warum?

 Der Nobelpreisträger Eric Kandel, gelernter Psychoanalytiker und forschender Neurobiologe, mit seinem Diktum, dass (zum Beispiel therapeutische) Gespräche das Gehirn nachhaltig verändern könnten.

 

2. An welche kuriose/lustige/ungewöhnliche Situationen im Berufsalltag denken Sie gerne zurück?

Ungewöhnliche Versuchsergebnisse und Einfälle, die mir zu neuen Einsichten verhalfen

 

3. Wollten Sie schon immer werden, was Sie jetzt sind?

Ja, ich wollte schon immer Mediziner und Naturforscher werden – Physiologe. Als solcher interessieren mich natürlich auch die physiologischen und pathophysiologischen Abläufe, die für das Verständnis psychosomatischer Zusammenhänge relevant sind – beispielsweise bei Störungen der Funktionen von Herz und Kreislauf (z. B. Stress-bedingter Bluthochdruck, Broken Heart Syndrom)

 

4. Welches Fachbuch haben Sie zuletzt gelesen?

Eßing, Gabriele: Praxis der Neuropsychotherapie: Wie die Psyche das Gehirn formt. Deutscher Psychologen Verlag; Auflage: 1 (15. Dezember 2015) ISBN-13: 9783942761390

 

5. Welches Buch sollte jede/r KollegIn mal gelesen haben?

Kandel, Eric: Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes. Mit einem Vorwort von Gerhard Roth. Suhrkamp Verlag; 1. Auflage, 2008. ISBN-13: 978351829460.


Über Johann Caspar Rüegg

Rüegg

Johann Caspar Rüegg, geboren 1930 in Zürich, studierte daselbst Medizin und promovierte 1955 beim Nobelpreisträger und Hirnphysiologen W. R. Hess. Danach arbeitete er am Institut für Pharmakologie der Universität Zürich als Volontärassistent und studierte anschließend Biochemie an der Universität Cambridge (Trinity College) mit der Promotion 1960. Bis 1967 war er Assistent am Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung in Heidelberg und habilitierte sich 1963 in Physiologischer Chemie. 1964/65 war er zudem Senior Research Officer am Departement für Zoologie der University of Oxford und ab 1967 Wissenschaftlicher Rat und Professor am Institut für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum und ab 1973 bis zu seiner Emeritierung 1998 ordentlicher Professor und Direktor des zweiten Physiologischen Instituts der Universität Heidelberg. 1985 wurde Rüegg  Adjunct Professor an der University of Cincinnati (Ohio). 1974 erhielt er den Adolf-Fick-Preis für Physiologie. 1998 wurde er korrespondierendes Mitglied der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften und 2011 Ehrenmitglied der Deutschen Physiologischen Gesellschaft. Rüegg befasste sich mit Zellphysiologie und Physiologie des Herz-Kreislaufsystems und der Muskeln. Später wandte er sich der Psychosomatik zu und schrieb darüber populärwissenschaftliche Sachbücher.

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