Auf dem Rad quer durch Deutschland: Die Mut-Tour möchte auf das Thema Depression aufmerksam machen und zur Entstigmatisierung beitragen.
Die Mut-Tour ist noch im vollen Gange und endet am 3. September in Bremen. Das Kern-Team der Radler besteht aus 52 Teilnehmern mit und ohne Depressionserfahrung, die ca. 7300 km Strecke durch ganz Deutschland zurücklegen. Die Teilnehmer rund um Initiator Sebastian Burger möchten Aufklärungsarbeit leisten. Etwa 1500 Teilnehmer fahren zeitweise auf einzelnen Teilabschnitten mit.

MUT-TOUR setzt sich für Entstigmatisierung von Depression ein

Auf der gesamten Tour erleben 52 Teilnehmer, wie leistungsdruckfreier Sport, Struktur, Natur und Gemeinschaft die Stimmung heben kann. „Das Projekt möchte sowohl Betroffenen Mut machen, zu sich zu stehen, als auch Nicht-Betroffene ermutigen, Erkrankten offener entgegenzutreten“, sagt Sebastian Burger. Ihre positiven Erfahrungen tragen die 39 Betroffenen und 13 Nichtbetroffenen gleich nach außen: „Die Teams können den Menschen auf der Straße und hoffentlich zahlreichen Mitradlern ihren unverkrampften Umgang mit der Krankheit vorleben und damit Ängste und Vorurteile abbauen.“ Die MUT-TOUR sieht sich als Mutmacher, frei über eine Erkrankung zu reden, die mehr Tote fordert als der Straßenverkehr und häufiger zur vorzeitigen Berentung führt als Rückenleiden. Die Tandemfahrer engagieren sich daher auch für das Gros der vier Millionen Deutsche, von denen es sich immer noch viele nicht erlauben können, dem Chef von ihrer Krankheit zu erzählen.

 Tour 2016

 

Mitmach-Möglichkeiten zwischen 70 Städten

Umrahmt wird die Tour von Infoständen der regionalen Bündnisse gegen Depression sowie einem Mitmach-Programm für Natur- und Radel-Fans in mehr als 70 Städten, die den direkten Kontakt zu den Bürgern herstellen. Wer seine Solidarität zeigen, die MUT-TOUR lokal unterstützen oder einfach nur Spaß in der Natur haben will, schwingt sich in seiner Heimat für einige Stunden in den eigenen Sattel oder macht sich zu Fuß auf den Weg und begleitet die Tandemfahrer auf leichten Tagestouren, die vom ADFC geführt werden. Eine Liste aller Städte mit Mitmach-Aktionen finden Interessierte unter mut-tour.de/mitmachen, Kosten entstehen keine.

Bei der dritten Auflage der MUT-TOUR radeln die Tandemfahrer in 12 Etappen (zwei Teams sind zudem jeweils auf einer Etappe mit Esel und Kajak unterwegs) an jeweils 10 bis 12 Tagen quer durch die Republik. Im Durchschnitt legt die „Equipe d’Epression“ 63 Kilometer pro Tag zurück, die Satteltaschen bepackt mit Zelten, Outdoor-Dusche und Gaskochern. Übernachtet wird spartanisch, dafür an landschaftlich reizvollen Plätzen. Burger hat die Route zusammen mit GPS-Spezialisten des ADFC ausgearbeitet. Die Idee zur MUT-TOUR kam dem langjährigen ADFC-Mitglied, als er selbst in einem Winterblues steckte und sich mit Sport an der frischen Luft aus einer antriebsschwachen Phase half. Der Bremer Künstler fuhr schon als 19-Jähriger mit dem Rad von Frankfurt nach Peking. Mit Blinden radelte Sebastian Burger im Rahmen eines weiteren Projekts 2005 nach Singapur.

 

Weitere Informationen zur Aktion: http://mut-tour.de