Thema der neuen Ausgabe der Zeitschrift PSYCHE ist die Unbewusste Phantasie. Autoren der neuen Ausgabe sind Anne Erreich, Silvia Schulze und Susan Isaac.

Anne Erreich erstellt einen Beitrag zur einem Modell der Psyche. Sie versteht die unbewusste Phantasie als spezielle Kategorie der psychischen Repräsentationen. Sie hängen mit widersprüchlichen Wünschen, Affekten und Abwehrmanövern zusammen.
Das Ergebnis ist eine prinzipalisierte Version des theoretischen Pluralismus. Anhand von veröffentlichtem Fallmaterial kleinianischer Psychoanalytiker sowie Beschreibungen aus der Perspektive der präzisen Prozessbeobachtung und der Selbstpsychologie demonstriert Anne Erreich, dass dieses neudefinierte Konzept der unbewussten Phantasie zwei wichtige Formen analytischer Interventionen abdeckt: die Inhalts- und die Prozessdeutungen.

Sylvia Schulzes Beitrag „Den Schmerz vermeiden“ berichtet über unbewusste Phantasien zwischen Einverleibung und Ausstoßung des Objekts. Dabei geht sie von der kleinianischen Konzeption der unbewussten Phantasie aus und veranschaulicht in einem umfangreichen Fallbericht, wie schon im Initialtraum des Analysanden zentrale unbewusste Objekt-Phantasien deutlich werden. Sie begleiten den weiteren analytischen Prozess und tauchen in Variationen immer wieder auf. Es handelt sich um Phantasien der Inkorporation und der Ausstoßung, die unmittelbar mit Phantasien über ein invasives Analytiker-Objekt verbunden sind. Dargestellt werden die ersten zwei Jahre einer hochfrequenten Analyse, in der diese unbewussten Phantasien in zwei Träumen des Analysanden und den unvermeidlichen Gegenübertragungsverwicklungen in der Behandlung, in der die Analytikerin zwangsweise zum invasiven Objekt werden musste, untersucht werden.

Beitrag aus dem Archiv der Psychoanalyse: Wesen und Funktion der Phantasie von Susan Isaacs. Er wurde 1948 publiziert und erscheint nun erstmals in deutscher Übersetzung.

 

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