»Mein Traum war, Schriftstellerin zu werden«

fuenf fragen

1. Welche/r KollegIn hat Sie am meisten beeinflusst und warum?

Astrid Hochbahn, Coach für Berufswegberatung. Weil sie es schafft, dass Menschen sich wirklich „gesehen“ fühlen und eine sehr ermutigende Haltung ausstrahlt. Als ich mich als Beraterin selbstständig gemacht habe, war sie ein tolles Vorbild für mich.

 

2. An welche kuriose/lustige/ungewöhnliche Situationen im Berufsalltag denken Sie gerne zurück?

Mein erster Vortrag zum Thema „Stell dir vor, du bist begabt und merkst es nicht…“: Ein dunkler, regennasser Herbstabend, ich war kränklich, als Referentin noch unerfahren und rechnete mit vielleicht 5 oder 6 Zuhörerinnen. Dann strömten rund 40 Menschen in den Vortragsraum und wir mussten alle Stühle zusammensuchen, die wir auf der Etage finden konnten! Nach wenigen Minuten Vortrag konnte ich in den Gesichtern ablesen, wie sehr ich die Anwesenden mit meinen Worten erreichte – und merkte zum ersten Mal ganz deutlich: Hier tue ich etwas, das Menschen wirklich weiterhilft! Das hat mich sehr beseelt und im Aufbau meiner Arbeit bestärkt.

 

3. Wollten Sie schon immer werden, was Sie jetzt sind?

Nein. Mein Traum war, Schriftstellerin zu werden. Das Lustige ist: Beruf und Karriere der Menschen haben mich früher gar nicht sonderlich interessiert, oft habe ich sogar vergessen, was meine Freunde beruflich machen – und jetzt bin ich „Berufungsberaterin“! Allerdings geht es bei meiner Beratungsarbeit letztlich weniger um bestimmte Berufsbilder, sondern darum, mit Menschen über das zu sprechen, was sie wirklich bewegt und ausmacht und was für sie in ihrem Leben wesentlich ist. Und das finde ich spannend! Schriftstellerin bin ich nicht geworden, aber mein erstes Fachbuch habe ich gerade veröffentlicht – und wer weiß, ein Roman wird vielleicht noch folgen.

 

4. Welches Fachbuch haben Sie zuletzt gelesen?

„Selbsthypnose“ von Alman und Lambrou. Das Thema fand ich spannend, das Buch aber zu langatmig.

 

5. Welches Buch sollte jede/r KollegIn mal gelesen haben?

Wenn Sie mich das jetzt fragen, dann kann ich nur sagen: Mein Buch „Kluge Köpfe, krumme Wege?“, das gerade erschienen ist. Es ist ein Buch für erwachsene Hochbegabte (oder vielseitig Begabte) und genauso auch für Therapeutinnen oder Berater, die mit dieser Klientel zu tun haben. Im Buch mache ich deutlich, welche Stolpersteine bzw. besonderen Herausforderungen häufig mit einer Hochbegabung verbunden sein können - und wie sich diese in Grundsteine für einen erfüllenden Berufs- und Lebensweg verwandeln lassen.

 

Über Andrea Schwiebert:

Andrea Schwiebert

Andrea Schwiebert, Systemische Beraterin und Sozialtherapeutin, berät und coacht Menschen auf der Suche nach ihrer „Berufung“, darunter viele hochbegabte Erwachsene. Mit Vorträgen und Workshops inspiriert sie zu einem neuen Blick auf das eigene Potenzial und zu neuen Wegen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage.