»Das Leben hat mich auf einen riesigen Umweg geschickt, aber inzwischen bin ich wieder da: bei den Geschichten anderer Menschen, die ich wertschätze und aufmerksam sammle, hüte und weitergebe.«

Fünf Fragen an Stephanie Katerle

1. Welche/r KollegIn hat Sie am meisten beeinflusst und warum?

Der am lohnenswertesten zu lesende Autor für mich ist Ulrich Clement. In der Paartherapie geht an ihm kein Weg vorbei. Seine Systemische Sexualtherapie umfasst alle Handlungsmöglichkeiten und Sichtweisen, die man braucht um mit Paaren so arbeiten zu können, dass eine wirkliche Offenheit entsteht.

 

2. An welche kuriose/lustige/ungewöhnliche Situationen im Berufsalltag denken Sie gerne zurück?

Ich erinnere mich gerne an eines meiner frühesten Klientenpaare. Sie kamen mit dem festen Entschluss sich zu trennen. Er wollte ins Ausland, sie wollte mit einer Frau leben. Während der Beratung entstand eine Atmosphäre von Lösung, die beiden neuen Denkweisen mit dem Partner ermöglichte, den sie beide eigentlich hatten loswerden wollen. Wenige Monate später bekam ich einen Brief aus der Schweiz. Von beiden. Sie hatten ihre Zelte zusammen abgebrochen und sich und das Leben neu entdeckt. Aus zwei unvereinbar scheinenden Richtungen war ein gemeinsamer Weg geworden.

 

3. Wollten Sie schon immer werden, was Sie jetzt sind?

Im Prinzip ist das so. Zu Beginn meines ersten Studiums wollte ich als Journalistin wertvolle Geschichten sammeln. Das Leben hat mich auf einen riesigen Umweg geschickt, aber inzwischen bin ich wieder da: bei den Geschichten anderer Menschen, die ich wertschätze und aufmerksam sammle, hüte und weitergebe.

 

4. Welches Fachbuch haben Sie zuletzt gelesen?

Das waren zwei in der letzten Zeit. Zum Einen habe ich mein Wissen über die rechtlichen Voraussetzungen von Trennung und Scheidung mit dem Buch „Aus und Vorbei“ aus dem Verlag der Stiftung Warentest erweitert. Zum anderen habe ich „Die Liebesfalle“ von Hans Joachim Maaz gelesen, das mir mit seinen manchmal psychoanalytisch motivierten Ansätzen methodisch zwar fern liegt, mich inhaltlich aber sehr bereichert hat.

 

5. Welches Buch sollte jede/r KollegIn mal gelesen haben?

Ulrich Clements „Systemische Sexualtherapie“ und alle Bücher von David Schnarch

 

Über Stephanie Katerle

Bild Stephanie Katerle

geboren 1967, verheiratet, zwei Söhne

1988-1990 Studium der Kommunikationswissenschaften

1991-1995 Studium Lehramt Deutsch und Kunst

1995-1997 Staatsexamen I und II

1997-2013 Tätigkeit als Lehrerin für das Land NRW

2005-2006 Zertifizierung Praktische Philosophie des Landes NRW

(Sokratisches Gespräch beim LWL)

2008-2011 Kooperation mit Trainingsunternehmen/ Ausbildung zum systemischen Coach

2011-2012 Fernstudium „Psychologischer Berater/Coach“

seit 2012 Selbstständiger Coach und Paarcoach

seit 2012 Weiterbildungen im Bereich systemische Beratung beim IFW Essen und

seit 2016 Weiterbildung im bereich Sexualtherapie beim IFW München

Mehr Informationen finden Sie auf ihrer Homepage: www.erstens-hoch-zwei.de

 

Bücher

 Wir ohne dich  Love Works  Auch Prinzen müssen Pipi  Das Hängematten-Buch

 

Weitere Interviews aus der Reihe:

 

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